Das Highlight auf dem Flug von Madrid nach Santiago war zweifellos der Überflug der Anden im Sonnenaufgang. Argentinien lag unter einem Nebelmeer, nur die Anden ragten heraus.
Nach der Ankunft wurde ich gleich zu meiner Unterkunft zu Gloria und Pedro geführt. Sie wohnen in Providencia, einem ruhigen Quartier von Santiago, das von Einfamilienhäusern dominiert ist. Gloria ist Krankenschwester und Pedro (pensionierter) Koch. Ich werde also weder an einer exotischen Krankheit noch an Hunger sterben
Pedro und Gloria haben mir dann noch gleich gezeigt, wie ich mit den berüchtigten Micros (so heissen hier die Busse) zur Schule gelange. Das war wirklich ein Erlebnis, die Busfahrer fahren wie die Henker. Es ist so, dass der Lohn der Busfahrer stark von ihrem Umsatz abhängt, deshalb ist es ihnen so wichtig, die Haltestellen möglichst schnell und vor allem vor ihren Kollegen zu erreichen – Als Alternative gibt es aber noch die Metro
Abends hat Pedro gekocht (sehr gut) und als ich danach Gloria beim Abwasch helfen wollte, drückte er mich wieder auf meinen Stuhl: “En Chile, ¡los hombres no lavan los platos!” (In Chile waschen die Männer nicht ab!) Naja, Befehl ist Befehl
Ich werde hier also auch noch zu einem anständigen Macho erzogen…
Meine Unterkunft liegt direkt am Cerro San Cristóbal, ein 800m hoher Hügel in Santiago (500m). Heute bin ich mit der Teleferico (Seilbahn) hinaufgefahren und die Aussicht von da oben ist einfach überwältigend. Man sieht einfach nur Häuser, die von den Anden eingeschlossen sind.
Auf der anderen Seite ging es dann runter mit der Funicular (Standseilbahn) in`s Künstlerquartier Bellavista wo ich das Haus von Pablo Neruda angeschaut habe.
Zum Titel “Bueno` Dia`”. So tönt das chilenische Spanisch. Die Konsonanten am Ende des Wortes werden einfach verschluckt (häufig auch mitten im Wort). Das macht das Verstehen etwas schwierig, aber so schlimm wie befürchtet war es auch nicht.