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Das erste Jobinterview

Wednesday, December 13th, 2006

Gestern hatte ich mein erstes Jobinterview in Chile bei einer kleineren Software-Firma in Santiago. Ich habe mich also in meinen Anzug geschmissen, Krawatte umgebunden – muss ich erwaehnen, dass es gerade ueber 30 Grad heiss war? – und mit der Metro nach Las Condes (der Geschaeftsbezirk Santiagos) gefahren.

Die Ueberraschung meinerseits war dann gross, als der Chef der Entwicklungsabteilung mich auf Deutsch angespochen hat. Er ist Deutscher und lebt seit ueber drei Jahren in Santiago und mit ihm habe ich dann praktisch eine Stunde geredet. Meine Papiere – Lebenslauf, beglaubigtes und uebersetztes Diplom – haben ihn nicht gross interessiert. Papiere seien nicht so viel Wert in Chile, da die Chilenen sehr viele Sachen in ihre Lebenslaeufe schreiben wuerden, die nicht der Wahrheit entsprechen. So wollte er also von meinen vorherigen Projekten hoeren und stellte mir einige technische Fragen. (Was ist Polymorphismus, wozu dienen Interfaces, aus welchen Schritten besteht normalerweise ein Prozess zur Herstellung einer Software…) Eigentlich ueberraschend einfache Fragen, denn die Jobbeschreibung hoerte sich komplexer an.

In der letzten Viertelstunde kam dann noch einer der Geschaeftsleiter dazu und mit ihm fuehrte ich dann mehr oder weniger Smalltalk: Wie lange schon in Chile, wieso Chile, was wissen die Schweizer ueber Chile… Es ist uebrigens ueblich in Chile, beim Absenden der Bewerbung auch seine Gehaltsforderung anzugeben. Meine Forderung ist sicher hoch, bin aber bereit, darueber zu verhandeln. Aber der Boss hat akzeptiert ohne zu handeln.

Das Interview ist also vielversprechend verlaufen. Der einzig schlechte Punkt war, dass die Firma schon einige schlechte Erfahrungen mit Auslaendern gemacht hat, weil einige schon nach drei bis vier Monaten wieder gegangen sind. So oder so kann ich von ihnen in der naechsten Woche die Entscheidung erwarten.