Am 25. Dezember bin ich also nach Calama geflogen um mir am naechsten Tag die Kupfermine in Chuquicamata anzusehen und dann weiterzureisen nach San Pedro de Atacama – laut Lonely Planet das Mekka der Backpacker.
Schnell wurde mir im Flugzeug klar, dass es Richtung Wueste geht. Schon kurz nach Santiago kann man kaum noch Vegetation sehen, stattdessen beginnt ein karger Abschnitt, der bis nach Calama nicht aendert.
Calama ist eine Minenstadt und nicht wirklich schoen anzuschauen. Der Ausflug nach Chuquicamata (Chuqui) oder die Weiterreise nach San Pedro sind oft die einzigen Gruende, hier vorbeizuschauen.
Chuqui liegt ca. 15km von Calama entfernt und wird langsam zur Geisterstadt. Die Bewohner werden nach Calama umgesiedelt, da einerseits der Boden verseucht ist, und andererseits durch die Vergroesserung der Mine die Stadt mit abgetragenem Schutt ueberdeckt werden wird.
Am Anfang der Tour wurde die Erzeugung des Kupfers erklaert. Steine mit einem Kupfergehalt von 1% werden abgebaut und anschliessend verkleinert und gemahlen. Nach verschiedenen Prozessen entstehen Kupferplatten mit einem Reinheitsgrad von 99.99%. Chile ist der weltweit groesste Erzeuger von Kupfer (40% des Weltkupfers) und exportiert eine Mehrheit der Erzeugnisse nach Asien (vor allem China). Die Mine ist seit 90 Jahren in Betrieb und wird noch weitere 90 Jahre Kupfer liefern. In der Umgebung rechnet man mit Kupferreserven, die ca 150 weitere Jahre reichen.

Danach ging es mit einem Bus zur Aussichtsplattform, von wo aus man die groesste Mine der Welt besichtigen kann: 5km lang, 3km breit und 900m tief. Voraussichtlich im Jahr 2012 wird die maximale Tiefe von 1.2km erreicht werden. Statische Probleme und eine tektonische Verschiebung, die genau durch die Mine verlaeuft, verhindern eine noch groessere Tiefe. Danach wird unterirdisch abgebaut. Uebrigens enthaelt nur die rechte Seite Kupfergestein. Die linke Seite wird aus Symmetriegruenden abgebaut.
Taeglich werden 180.000 Tonnen Gestein abgebaut. Bei einem 365 Tage/24 Stunden-Schichtbetrieb entstehen so 600.000 Tonnen Kupfer pro Jahr. Rund 22.000 Arbeiter sind in der Mine beschaeftigt.

Ausserdem steht bei der Aussichtsplattform noch ein ausrangierter Lastwagen. Ziemlich eindruecklich sein Fassungsvermoegen mit 170 Tonnen. Heute arbeiten jedoch Lastwagen mit einer Kapazitaet von 400 Tonnen!
Nach der Tour fuhr ich wieder nach Calama zurueck und sicherte mir einen Platz in einem Bus nach San Pedro.