Archive for April, 2007

Besuch aus der Schweiz und wieder mal im Stadion

Tuesday, April 24th, 2007

Das Highlight der letzten Woche war natuerlich, dass endlich ein Techniker von Telefonica vorbeigekommen ist. Nach vier Monaten Warten habe ich nun endlich einen Telefon- und Internetanschluss in meiner Wohnung!

Das andere erfreuliche Ereignis war der Besuch aus der Schweiz: Zum Abschluss seiner Suedamerika-Tournee ist mein alter Fussballkumpel Reto mit seinem Kollegen Flavian in Santiago eingetroffen. Die beiden haben sich bei mir einquartiert, was ein bisschen eng wurde, aber trotzdem irgendwie gut ging.
Habe mich als Touristenfuehrer betaetigt, was grossen Spass gemacht hat.

Estadio Nacional

Die beiden wollten ein Spiel der chilenischen Fussballmeisterschaft sehen, und so sind wir am Sonntag ins Estadio Nacional gefahren, um die hochklassige Partie zwischen Palestino (15.) und Universidad de Chile (10.) sehen. Da Palestino das Heimteam war (allerdings nuetzt auch La U das Nationalstadion als Heimstadion) wurde neben der chilenischen auch die palestinensische Flagge gehisst und aus den Lautsprechern droehnte arabische Musik… irgendwie fast wie an einem Laenderspiel.

die palestinensische Flagge

Das Spiel war auf niedrigem Niveau. Selten kamen die letzten Paesse an, viele Fehler und schliesslich – als Palestino mal vors Tor kam – das 1-0 per Foulpenalty… anders konnte man sich kaum vorstellen, dass eine Mannschaft ein Tor schiessen koennte.

1-0 fuer Palestino

In der zweiten Haelfte drehte La U auf. Mehr als ein weiterer Penalty, der zum Ausgleich fuehrte, schaute allerdings nicht raus.

Spielerisch wie gesagt sehr schwach. Erstklassig aber einmal mehr die Fans von La U, die ihr Team 90 Minuten anfeuerte. Leider kommt die Stimmung auf meinem Youtube-Video nicht so toll rueber.

Und hier noch saemtliche Highlights vom Spiel:

Am naechsten Wochenende kommt es in Santiago zum Superclásico zwischen Colo Colo und La U, den beiden Mannschaften mit den meisten Fans. Im Buero sind fast alle Colo Colo Fans und wollen mich unbedingt ins Stadion mitnehmen. Das wird aber wahrscheinlich ziemlich gefaehrlich werden, denn Ausschreitungen sind ueblich. Werde mir das Spiel also wahrscheinlich irgendwo in einer Bar im Stadtzentrum anschauen.

São Paulo

Saturday, April 14th, 2007

Satellitenaufnahme von São PauloDie Millionenfrage: Welche vierte Stadt neben New York, Tokio und Paris traegt den Titel „Internationale Hauptstadt der Gastronomie“? Richtig: es ist São Paulo. Grund genug, fuer das Osterwochenende (das in Suedamerika nicht den Montag beinhaltet) nach Brasilien zu fliegen.

Hatte nur einen kleinen Rucksack dabei, der problemlos als Handgepaeck durchgegangen waere. Aber aus Faulheit gab ich ihn beim Checkin ab. Dummerweise war aber ein chilenischer oder brasilianischer Flughafenarbeiter auf der Suche nach einem Fotoapparat… und aus diesem Grund kann ich leider keine selbstgeschossenen Fotos praesentieren. Auch meine Sonnenbrille wurde dabei entwendet, was sich aber nicht als Problem herausstellte, da gerade die Regenzeit zu Ende geht und es somit an allen drei Tagen geregnet hat.

Sao PaoloDie Fahrt vom Flughafen in die Stadt hat schon mal einen Vorgeschmack geliefert: Hochhaus an Hochhaus. Und zwar keine Buerogebaude wie in New York sondern pure Wohnhaeuser. São Paulo ist mit knapp 20 Mio Einwohnern die groesste Stadt auf der Suedhalbkugel und je nach Quelle die fuenft oder sechstgroesste Metropolregion der Welt.

Neben der erwaehnten Gastronomie ist São Paulo fuer seine wirtschaftliche Wichtigkeit. In der Stadt gibt es zum Beispiel ueber 1000 deutsche Firmen – mehr als irgendwo anders in der Welt. Das Verkehrschaos ist beispielslos, so dass viele Menschen auf Helikopter ausweichen. Die Stadt hat 200 Helikopterlandeplaetze und den weltweit groessten Helikopterverkehr. Wohl wegen des Osterwochenendes hat man aber nicht so viel mitgekriegt, es war eigentlich relativ ruhig fuer eine solche Megastadt.

MASP

Kulturell hat die Stadt mit ihren alten Gebaeuden und Museen einiges zu bieten. Ich haette allerdings erwartet, in einer brasilianischen Stadt mehr Kirchen zu sehen… aber vielleicht sind die im Meer der Wolkenkratzer einfach untergegangen.

Im Zentrum befindet sich das Edificio Italia, mit 168 Metern lange Zeit das hoechste Gebaeude São Paulos. Im obersten Stock befindet sich eine Bar und der Ausblick ist natuerlich atemberaubend: Haeuser, Haeuser, Haeuser. Und trotzdem ist es mir gruener vorgekommen als Santiago. Natuerlich haben wir auch Life-Musik gehoert und das gastronomische Angebot genutzt.Parque do Ibirapuera

Am Sonntag sollte eigentlich Live-Musik im riesigen Ibirapuera-Park zu hoeren sein. Leider hat es aber auch an diesem Tag geregnet, worauf das buchstaeblich ins Wasser fiel. Aber wie fast ueberall in der Stadt hat es auch da ein Museum. Mitten im Park steht naemlich das Museu de Arte Contemporânea mit moderner Kunst.

Die Menschen sind mir nicht so homogen vorgekommen wie beispielsweise in Santiago. Die Leute haben portugiesische, italienische, deutsche und libanesische Herkunft. Es leben auch mehr als eine Million Japaner in São Paulo.
Die Stadt selbst ist eigentlich relativ gruen – kein Wunder bei dem vielen Regen…

Beim Rueckflug habe ich mich dann entschieden, meinen Rucksack als Handgepaeck mitzunehmen. Dafuer durfte ich mich dann bei der Kontrolle von Shampoo und Deo verabschieden, da man ja mit saemtlichen Fluessigkeiten ab einer Menge von 100ml als potentieller Terrorist gilt.

Der Abflug ueber dem Lichtermeer von São Paulo war unglaublich eindruecklich. Und als ich dann am Montagmorgen um drei Uhr vom ersten Taxifahrer uebers Ohr gehauen wurde, wusste ich: Ich bin wieder “zu Hause” in Santiago.

Correos

Wednesday, April 11th, 2007

Um mich bei der freiwilligen AHV anzumelden, habe ich meine Schwester gebeten, mir meine AHV-Karte zu schicken.

Der Brief ging am 12. Februar in der Schweiz auf die Post, kam am 20. Februar in Chile an und wurde am 22. Februar von der Hauptpost in Santiago – die gerade mal vier Blocks von meiner Wohnung entfernt ist – bestaetigt.

Wieso jetzt dieser Brief fuer diese ungefaehr 500 Meter fast zwei Monate brauchte, kann ich mir nicht erklaeren. Aber ich warte ja auch erst etwas mehr als drei Monate auf einen Telefon/Internet-Anschluss…

Wegen des nahenden Winters habe ich mir ueberlegt, mir mein Snowboard und das Zubehoer aus der Schweiz schicken zu lassen. Hier ein Snowboard zu kaufen, ist vielleicht die bessere Idee.

Transanfiasco…

Wednesday, April 4th, 2007

…oder der taegliche Wahnsinn.
transanfiasco 1

Dem alltaeglichen Gedraenge in der Metro versuche ich zu entgehen, in dem ich nun von 0930 bis 1930 Uhr arbeite. Zu dieser Zeit hat es etwa gleich viel Leute in der Metro wie vor dem neuen Transportsystem Transantiago, als die Metro noch taeglich “nur” 1 Million Leute transportiert hat.
transanfiasco 2
Heute, wo 2 Millionen Menschen taeglich die Metro benutzen, ist das Gedraenge waehrend den Stosszeiten unglaublich. Und leider muss ich Montags zur Stosszeit mit der Metro fahren, da die Waeschereien um 1930 Uhr schliessen und ich ja irgendwo meine Sachen gewaschen kriege.

Dieses Mal habe ich es wenigstens ausgenutzt, meine Kamera mitgenommen und Fotos gemacht… auch wenn mich eine Angestellte der Metro daran hindern wollte. Andere Leute haben mich angefeuert: “Lade die Fotos ins Internet!”