Die Millionenfrage: Welche vierte Stadt neben New York, Tokio und Paris traegt den Titel „Internationale Hauptstadt der Gastronomie“? Richtig: es ist São Paulo. Grund genug, fuer das Osterwochenende (das in Suedamerika nicht den Montag beinhaltet) nach Brasilien zu fliegen.
Hatte nur einen kleinen Rucksack dabei, der problemlos als Handgepaeck durchgegangen waere. Aber aus Faulheit gab ich ihn beim Checkin ab. Dummerweise war aber ein chilenischer oder brasilianischer Flughafenarbeiter auf der Suche nach einem Fotoapparat… und aus diesem Grund kann ich leider keine selbstgeschossenen Fotos praesentieren. Auch meine Sonnenbrille wurde dabei entwendet, was sich aber nicht als Problem herausstellte, da gerade die Regenzeit zu Ende geht und es somit an allen drei Tagen geregnet hat.
Die Fahrt vom Flughafen in die Stadt hat schon mal einen Vorgeschmack geliefert: Hochhaus an Hochhaus. Und zwar keine Buerogebaude wie in New York sondern pure Wohnhaeuser. São Paulo ist mit knapp 20 Mio Einwohnern die groesste Stadt auf der Suedhalbkugel und je nach Quelle die fuenft oder sechstgroesste Metropolregion der Welt.
Neben der erwaehnten Gastronomie ist São Paulo fuer seine wirtschaftliche Wichtigkeit. In der Stadt gibt es zum Beispiel ueber 1000 deutsche Firmen – mehr als irgendwo anders in der Welt. Das Verkehrschaos ist beispielslos, so dass viele Menschen auf Helikopter ausweichen. Die Stadt hat 200 Helikopterlandeplaetze und den weltweit groessten Helikopterverkehr. Wohl wegen des Osterwochenendes hat man aber nicht so viel mitgekriegt, es war eigentlich relativ ruhig fuer eine solche Megastadt.

Kulturell hat die Stadt mit ihren alten Gebaeuden und Museen einiges zu bieten. Ich haette allerdings erwartet, in einer brasilianischen Stadt mehr Kirchen zu sehen… aber vielleicht sind die im Meer der Wolkenkratzer einfach untergegangen.
Im Zentrum befindet sich das Edificio Italia, mit 168 Metern lange Zeit das hoechste Gebaeude São Paulos. Im obersten Stock befindet sich eine Bar und der Ausblick ist natuerlich atemberaubend: Haeuser, Haeuser, Haeuser. Und trotzdem ist es mir gruener vorgekommen als Santiago. Natuerlich haben wir auch Life-Musik gehoert und das gastronomische Angebot genutzt.
Am Sonntag sollte eigentlich Live-Musik im riesigen Ibirapuera-Park zu hoeren sein. Leider hat es aber auch an diesem Tag geregnet, worauf das buchstaeblich ins Wasser fiel. Aber wie fast ueberall in der Stadt hat es auch da ein Museum. Mitten im Park steht naemlich das Museu de Arte Contemporânea mit moderner Kunst.
Die Menschen sind mir nicht so homogen vorgekommen wie beispielsweise in Santiago. Die Leute haben portugiesische, italienische, deutsche und libanesische Herkunft. Es leben auch mehr als eine Million Japaner in São Paulo.
Die Stadt selbst ist eigentlich relativ gruen – kein Wunder bei dem vielen Regen…
Beim Rueckflug habe ich mich dann entschieden, meinen Rucksack als Handgepaeck mitzunehmen. Dafuer durfte ich mich dann bei der Kontrolle von Shampoo und Deo verabschieden, da man ja mit saemtlichen Fluessigkeiten ab einer Menge von 100ml als potentieller Terrorist gilt.
Der Abflug ueber dem Lichtermeer von São Paulo war unglaublich eindruecklich. Und als ich dann am Montagmorgen um drei Uhr vom ersten Taxifahrer uebers Ohr gehauen wurde, wusste ich: Ich bin wieder “zu Hause” in Santiago.