…sie fing damit an, dass vor unserem Haus an heiterhellem Tag versucht wurde, eine Frau zu ueberfallen.
Am Dienstag gabs dann die traditionellen 11.-September-Proteste, die am Jahrestag des Militaerputsches durchgefuerht werden. “Proteste” ist der beschoenigende Ausdruck fuer Pluenderungen, Brandschatzungen, Diebstaehle und purer Vandalismus. Politische Veranstaltungen finden auch statt, aber voellig am Rand… und werden natuerlich von den Gewalttaten voellig verdraengt.
Umso mehr, als dass dieses Jahr zum ersten Mal seit 1987 ein Polizist bei den Protesten umgebracht (erschossen) wurde.
Die Polizei hat schon am naechsten Tag den “Hauptverdaechtigen” praesentiert, der “nach intensivem Verhoer” den Mord zugegeben habe. Seine Eltern beteuern zwar, ihr Junge sei den ganzen Abend in der Wohnung gewesen. Sein Leben wird trotzdem sich aendern, da er schon mit Name und Foto in allen Medien zu sehen war.
“Unschuldig so lange bis seine Schuld bewiesen ist” versteht man hier irgendwie anders…
Und gestern Freitag hatten wir mit Kollegen in unserem neuen Haus abgemacht. Beim Rausgehen sahen wir, dass jemand beim Auto von Paola das Schloss aufgebrochen hatte. Da aber niemand da war und die Tuer weiter verschlossen blieb, dachten wir, der Dieb haette sein Vorhaben abgebrochen. Also sind wir mit einem mulmigen Gefuehl im Magen trotzdem los… das mich aber nie verliess. Nach 30 Minuten in einem Restaurant entschloss ich mich, nochmals nach Hause zu laufen um mich zu ueberzeugen, ob wir alle Fenster und Tueren abgeschlossen hatten.
Als ich in unsere Strasse einbog, dachte ich, ich haette Halluzinationen… Wo ist das Auto! Der Dieb hatte sein Vorhaben nicht abgebrochen, sondern wurde wahrscheinlich von uns gestoert und hat dann seelenruhig gewartet und das Auto aufgebrochen.
Also schnell den Notruf angerufen, was unglaublich umstaendlich ist. Sofort haben wir uns aber entschieden, auf den Polizeiposten zu fahren, um moeglichst schnell den Autotyp und Nummernschild durchzugeben, damit die Streifenwagen nach dem gestohlenen Fahrzeug Ausschau halten koennen.
Aber Kyle hat schon beschrieben (englisch), wie schnell und effizient die chilenische Polizei im Notfall arbeitet. Erstmal die Identitaet pruefen, eine Nummer loesen, vier mal nach der Adresse fragen. Nachdem etwa schon 15 Minuten vergangen waren, senkte sich meine Hoffnung von 10% auf weniger als 1% und ich fragte – langsam ungeduldig und mit erhoehtem Puls – “Und wann endlich nimmst du die Daten des Autos auf, damit ihr auf den Strassen die Augen aufhalten koennt?”
Das passte dem Paco (abfaellige Bezeichnung fuer Polizist in Chile) allerdings gar nicht. Er erklaerte mir – wie der Typ bei der Snowboardverleihung in Chillán – dass er eben auch nichts machen koenne, das System schreibe das vor. Ausserdem muesste Paola nun noch einen dreiseitigen Bericht per Hand ausfuellen – Was hat der Typ eigentlich die ganze Zeit am Computer gemacht… wieder mal ein Paradebeispiel fuer die galoppierende Buerokratie in Chile.
Als wir dann schliesslich den Polizeiposten verliessen, hatten die Diebe das Auto sicher schon auf die letzte Schraube zerlegt. Ich fuehlte mich wie der “Dude” in The Big Lebowski:
gutentag! I used http://babelfish.altavista.digital.com/ to translate your blog. Sorry you got robbed…and sorry the pacos here are incompetent
Danke for the link! Take care!