Um mich fit zu halten, gehe ich auch in Santiago regelmaessig joggen. Auf Grund der Ozon- und Smogwerte sicher nicht so gesund wie irgendwo im Gruenen, aber sicher immer noch besser als gar nichts zu tun.
Vor einem Jahr, als ich noch zur Schule ging und deshalb nahe des Cerro San Cristóbal wohnte, diente mir der Aufstieg zum Huegel als Traingsstrecke. Harte Arbeit mit 300 Metern Hoehenunterschied und 5 Kilometer Distanz, aber die Aussicht auf Santiago war immer wieder ueberwaeltigend.
Seit September ist der Parque Quinta Normal mein Trainingsgebiet.
Der Park ist nur gerade zwei Blocks von unserer neuen Wohnung entfernt und beherbergt in seinen 40 Hektaren einen kuenstlichen See, fuenf Museen, ein Fussballfeld und natuerlich jede Menge Palmen, Baeume und Wege. Da laufe ich regelmaessig ein paar 1,5-km-Runden.
Am letzten Sonntag haben in neun lateinamerikanischen Staedten gleichzeitig 10-km-Laeufe mit insgesamt 130′000 Laeufern stattgefunden. Und natuerlich wollte ich auch meinen Fitnessstand ueberpruefen und bin mitgelaufen.
Wegen des beginnenden Sommers und der steigenden Temperaturen war der Startschuss am Sonntagmorgen um 9 Uhr! Da war natuerlich meine Vorbereitung mit Geburtstagsfeier und Asado am Abend vorher nicht gerade optimal.
Offiziell starteten 10′000 Leute in Santiago… und die alle bei einem einzigen Massenstart. Die ersten Leute standen schon mehr als 30 Minuten vor dem Start bereit, um sich einen guten Startplatz zu sichern. Die anderen standen in den zwei Schlangen, um sich einen Zeitmessungs-Chip zu sichern oder in der Schlange vor dem einzigen Schalter der Garderobe. Nach dem Rennen musste die Polizei eingreifen, da die Leute ungeduldig wurden und drohten, die Garderobe zu stuermen.
Ich lief ohne Chip (auch ohne Uhr), warf meine Kleider irgendwo hin und stellte mich ziemlich hinten an. So lief ich meistens zickzack, um die langsameren Laeufer zu ueberholen. Der Kurs fuehrte in Richtung Anden und es war atemberaubend, in mitten tausender Leute zu laufen und die schoenen Berge im Gesicht zu haben.
Nach fuenf Kilometern dann die Zwischenzeit: 30 Minuten hatte ich gebraucht – viel zu lange, als ich mir vorgenommen hatte. Die Strecke fuehrte nun wieder ins Zentrum zurueck und deshalb auch ein bisschen bergab. Ich setzte noch ein bisschen Geschwindigkeit zu und ueberholte und ueberholte.
Im Ziel war ich dann bei 54:20 Minuten… Hm, mit einem besseren Startplatz und einer Uhr waere eine Zeit unter 50 Minuten dringelegen. Aber was solls, hat auf jeden Fall grossen Spass gemacht und ich werde sicher noch einige Runden im Park drehen.
Bericht in Publimetro:
130′000 Personen liefen in Lateinamerika fuer ein gesundes Leben
Das Rennen zog 10′000 Teilnehmer in Chile und mehr als 130′00 in Lateinamerika an und wurde so zum groessten Rennen der Welt, mit einer Strecke von 10 Kilometern, die beim Museo de Arte Contemporáneo gestartet wurde.

