Siete Tazas

Wenn Touristen Chile bereisen, kommen sie haeufig in Santiago an, reisen an die Kueste, um den Strand von Viña del Mar oder den Haufen von Valparaiso zu besichtigen und ziehen dann weiter in den Norden in die Atacama-Wueste oder in den Sueden nach Patagonien.

IMG_1602.JPGZentral-Chile wird meistens vernachlaessigt – zu Unrecht. Angefangen beim Cajon del Maipo, der vor der Tuere Santiagos liegt, gibt es noch einige weitere schoene Naturparks und -reservate.

Das letzte Wochenende machten wir uns also auf, Zentralchile vorzunehmen. Der Weg fuehrte zuerst nach Curicó, eine kleine Stadt, die ungefaehr 200km suedlich von Santiago liegt.

Nach einer Uebernachtung gings am Samstagmorgen los: Zuerst ins nahegelegene Molina und von dort aus auf einer holprigen Naturstrasse ueber 50km nach Radal, dem Ausgangspunkt des Naturreservates “Siete Tazas”.

IMG_1619.JPGSiete Tazas bedeutet soviel wie “sieben Tassen” und beschreibt die tassenfoermigen Becken, durch die sich der Fluss seinen Weg bahnt. Diese sieben Tassen waren etwa sechs Kilometer von Radal entfernt, wo wir das Auto parkierten. Als wir nach dem Weg fragten, sahen uns alle fragend an: Aber wieso lauft ihr denn dahin? Ihr koennt das Auto nehmen? Meine Antwort, dass wir den ganzen Tag dafuer Zeit haetten, verstanden sie nicht wirklich. ;)

Auch danach auf dem Weg hielt jedes ueberholende Auto an, um zu fragen, ob wir eine Mitfahrgelegenheit brauchten :) Wirklich hilfsbereit.IMG_1607.JPG

Nach der halben Distanz kam der erste Hoehepunkt: Der Wasserfall la vela de la novia. Obwohl “nur” 200 km suedlich von Santiago war die Vegetation hier deutlich anders… viel gruener. Die Luft sauber, kein Laerm – natuerlich. Traumhaft.

Auch an vielen Bauernhaeusern liefen wir vorbei. Kuehe, Pferde, Huehner, Schafe, Ziegen, Schweine – alles lief einfach frei herum. Keine Zaeune. Auch fuer die Tiere ein wahres Paradies.

IMG_1645.JPG Schliesslich kamen wir dann zum Star des Parks: Siete Tazas! Erst mal musste noch Eintritt bezahlt werden: 4 Franken fuer Chilenen und 8 Franken fuer Auslaender. Habe mich natuerlich als Einheimischen ausgegeben. Verdiene ja auch nur einen chilenischen Lohn und zahle auch meine Steuern…

Der Zugang zu den Becken und der Abstieg zum Fluss waren super schoen gestaltet. Das Wasser natuerlich transparent, wie es nur ein Bergbach sein kann. Hatte aber zu viele Steine um zu baden – und das Wasser war natuerlich auch eiskalt. Und der Anblick der Siete Tazas war super schoen. Schoener und viel groesser, als ich es mir vorgestellt habe.

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Auf dem Rueckweg wussten wir noch nicht so recht, ob wir zurueck nach Curicó fahren wollten oder von da weiter entweder noerdlich nach Santiago oder suedlich nach Talca. Mitten in der Praerie sahen wir dann ein Schild “Talca” und der Entschluss war schnell gefallen.

Auf dem Weg nach Talca fuhren wir an ein paar Doerfchen vorbei, wo die Leute immer noch in alten Haeusern wohnen, die aus Lehm und Stroh gebaut sind.

IMG_1668.JPGZiemlich eindruecklich, wenn man sich wieder mal vor Augen fuehrt, in welcher harten Realitaet die meisten Chilenen leben.

Talca liegt etwa 60km von Curicó und liegt in Mitten unzaehliger Weingueter. Beruehmt in Chile ist die Stadt ausserdem, weil hier 1818 die chilenische Unabhaengigkeiterklaerung unterzeichnet wurde.

Am Sonntag sollte es eigentlich rechtzeitig zurueck nach Santiago gehen. Doch nach ungefaehr 20km ueberhitzte sich das Auto und liess sich auch nach laengerem Warten nicht mehr starten.

Zum Glueck hat Paola praktisch ueberall Verwandte und so kam ein Onkel nach einem Telefonanruf mit seinem Jeep vorbei und schleppte uns nach Talca zurueck. Und bevor man in die Werkstatt gehen konnte, “mussten” wir natuerlich beim ueppigen Mittagessen mitmachen und in deren Pool baden…

Wir machten uns dann auf die Heimreise nach Santiago – drei Stunden im Bus – waehrend sich Tío Carlos sich um das Auto kuemmerte. Scheinbar soll es morgen oder uebermorgen bereit sein, was einen kurzen Trip nach Talca nach der Arbeit mit sich bringen wird…

Habe uebrigens auch wieder mal Fotos raufgeladen: Gallerie.

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