Mein neuer Job

Nun bin ich schon fast zwei Monate wieder am Arbeiten und so wird es hoechste Zeit, etwas ueber meine neue Arbeitsstelle zu schreiben.

Euphorisiert ueber die Leichtigkeit, mit der ich meinen ersten Job gefunden habe, habe ich mich im August – nach den Ferien in Europa – wieder auf Arbeitssuche begeben. Ich suchte dieses Mal aber eher etwas in einer multinationalen Firma, wo ich auch von meiner Mehrsprachigkeit profitieren koennte.

In Chile ist es so, dass man bei der ersten Bewerbung auch immer seine Lohnforderung angibt. Ich wollte natuerlich denselben oder hoeheren Lohn, aber der Arbeitsmarkt hatte sich in diesen paar Monaten ein wenig uebersaettigt und die Loehne sind generell gleich geblieben oder sogar gesunken. Preise in den Supermaerkten oder Tankstellen sind natuerlich trotzdem gestiegen. Und seither rege ich mich auch ein wenig auf, wenn ich in der Zeitung oder im Fernsehen die chileneischen Politiker sehe, wie sie sich angesichts des Wirtschaftswachstums auf die Schultern klopfen. Wo bitte hat der Arbeiter etwas von diesem Wachstum, wenn nur die Preise, aber nicht die Loehne steigen?

Aber ich schweife ab…
Wie gesagt, haette ich fuer 20 bis 25 Prozent weniger gearbeitet, haette ich sofort loslegen koennen. Aber ich wollte alles: Ein Job, der mich fordert; ein angenehmes Arbeitsklima; ein multinationales Unternehmen, wovon ich auch fuer die Zukunft in der Schweiz profitieren koennte und ein gleichwertiger Lohn. Und ausserdem kostet ein guter Kaffee hier auch 3 Franken…

Wenigstens habe ich nun auch die Erfahrung gemacht, unzaehlige Lebenslaeufe eingeschickt zu haben, ohne je ein Feedback zu kriegen. Am 18. September, dem chilenischen Nationalfeiertag, morgens um 10 Uhr (also dann, als alle Chilenen ihren Rausch ausgeschlafen haben) kriegte ich dann den ersten Anruf von Oracle. Und sogleich wurde am Telefon das erste Interview durchgefuehrt.

Mein Lallen war wohl nicht soo schlimm, denn bald hatte ich das erste “richtige” Interview mit meinem potentiellen Chef in Santiago. Es folgten noch zwei Telefoninterviews mit Kalifornien mit Leuten, die am Hauptsitz arbeiten. Nochmals mit dem Personal-Chef in Santiago und schliesslich lag mir die Jobofferte vor.

Nun arbeite ich als Support Engineer fuer PeopleSoft. PeopleSoft war eine Firma, die 2004 von Oracle uebernommen wurde und Software-Loesungen fuer grosse Firmen anbot.
Oracle will nun in Santiago das Support-Zentrum fuer ganz Amerika (Sued und Nord) einrichten und innerhalb dieses Geschaeftsjahres von circa 150 auf 400 Angestellte wachsen.

Support Center bedeutet aber nicht, dass ich nun 9 Stunden am Tag am Telefon sitze und telefoniere. Der Kundenkontakt ist meistens immer per Internet-Seite, wo die Kunden ihre Probleme beschreiben. Diese Anfragen werden dann per Email an den meist geeigneten Ingenieur weitergeleitet. Dann wird meistens probiert das Problem nachzuvollziehen und dem Kunden zu helfen. Oft geschieht das auch per Webkonferenz, das heisst, dass der Ingenieur die Arbeitsoberflaeche des Kunden sieht und ihm so helfen kann. Aber die meiste Zeit der Problemloesung besteht in der Erforschung, der Untersuchung und der Nachvollziehbarkeit des Problems.

So habe ich schon zwei Anrufe zu Kunden in den USA hinter mir. Und es macht auch Spass, mal von der Software-Entwicklung wegzukommen und mal was anderes, etwas mit Kundenkontakt, zu machen.

2 Responses to “Mein neuer Job”

  1. Hedie says:

    Roman, du hast wohl das wichtigste info von deinen neue Job vergessen: Wieviel, denn, verdienst du? übrigens dein Komment zu den Chilis und ihre Kommentare zu deiner Freundin: Dort darf man mindestens eine Frau begrüssen ohne dass es wie ein Beleidigung ausfällt..
    Wie spass beim Oracle!
    Gruss Hedie

  2. Roman says:

    Roman, du hast wohl das wichtigste info von deinen neue Job vergessen: Wieviel, denn, verdienst du?

    ganz genau gleich viel.

    übrigens dein Komment zu den Chilis und ihre Kommentare zu deiner Freundin: Dort darf man mindestens eine Frau begrüssen ohne dass es wie ein Beleidigung ausfällt.

    stimmt genau. niemand hat etwas dagegen, eine frau zu gruessen. nur ist deine definition von “gruessen” nicht die selbe wie die eines chilenen.