Archive for January, 2008

Norte Chico

Wednesday, January 30th, 2008

Was macht man, wenn man was von Chile sehen will, aber weder Ferien hat noch ein langes Wochenende in Sicht ist? Man geht halt nur fuer zwei Tage.

Einem Normalschweizer, fuer den eine Reise von zwei Stunden schon wie eine Ewigkeit vorkommt, wird beim Betrachten der chilenischen Karte und deren Distanzen schon ein bisschen mulmig: Sechs Stunden in die naechst groessere Stadt im Norden (La Serena)? Fuenfzehn Stunden bis Patagonien? 24 Stunden bis ganz in den Norden? Als ich das im Reisefuehrer sah, dachte ich schon, ich wuerde so eine lange Busfahrt nicht ueberleben…

Semi-Cama SitzeEinmal ausprobiert war es dann klar: Ist gar nicht so schlimm. Die Busse sind (meist) ziemlich neu und die Strassen gut. Und je nachdem, was man bereit ist zu zahlen, steht es dann auch mit dem Komfort im Bus. Die meisten Busunternehmen bieten die Kategorien Clasico/Ejecutivo, Semi-Cama und Cama an. Clasico oder Ejecutivo ist, was wir meistens aus Europa nur kennen: Vier Sitze in einer Reihe, ziemlich wenig Beinfreiheit. Semi-Cama (Halb-Bett) hat zwar auch vier Sitze in einer Reihe, aber deutlich mehr Platz fuer die Beine. Man kann auch die Ruecklehne ziemlich weit nach hinten runter lassen, ohne die Person dahinter zu stoeren.

Schlafen im Cama-SesselFuer Reisen laenger als acht Stunden empfiehlt es sich dann aber, die Top-Kategorie zu goennen: Cama. Hier kann man fast horizontal liegen. Auch hat man mehr Platz zur Verfuegung, weil es pro Reihe nur gerade drei von diesen Sesseln hat. Also fast luxurioeser als Business-Class fliegen ;)

Ein weiterer Vorteil: Diese Busse fahren meist abends zwischen acht Uhr und Mitternacht los und kommen dann morgens frueh an. Also Freitag abends nach dem Arbeiten gemuetlich auf den Busterminal und so kommt man Samstag morgens gut ausgeruht am Zielort an und hat den ganzen Tag zur Verfuegung. Dann am Sonntagabend wieder auf den Bus, damit man am Montagmorgen vor sieben Uhr wieder in Santiago ankommt. Schnell duschen und auf geht’s zur Arbeit. So kann man zwei volle Tage irgendwo im Land geniessen.

Das Land ist in 13 Regionen geteilt, wovon viereinhalb noerdlich von Santiago liegen. Region I und II werden auch Norte Grande (der Grosse Norden), die Regionen III und IV Norte Chico (der kleine Norden) genannt. Ich wollte unbedingt den Norte Chico sehen, da da scheinbar die schoensten Straende von Chile zu finden seien. Und der Nationalpark Pan de Azúcar (Zuckerbrot) soll einer der schoensten von Chile sein.

CopiapóAlso buchte ich Bustickets in die Minenstadt Copiapó, 800 Kilometer noerdlich von Santiago und der Ausgangspunkt fuer diese Sehenswuerdigkeiten. Die Atacama-Wueste beginnt ja praktisch noerdlich von Santiago und Copiapó ist wie eine Oase darin gelegen. Trotz der Umgebung ist der Weinbau sehr wichtig fuer die Region.

Ich habe natuerlich auch Busfahrplaene von Copiapó studiert, aber auf Grund der beschraenkten Zeit habe ich mich entschieden ein Auto zu mieten… wobei, Autos gibt’s da praktisch keine. Alle fahren Pickups.

Wir haben auch noch einen deutschen Backpacker getroffen, der gerade von Norden her kam. Er wollte eine Tour in die Berge buchen, aber die Unternehmen hatten alle zu – Wochenende! Und das waehrend der Hochsaison… Manchmal sieht man schon, dass in gewissen Orten der (Massen-)Tourismus noch in den Kinderschuhen steckt. Finde ich aber gar nicht mal so schlecht.

Der Mechaniker vom Autoverleih hat uns einen Umweg empfohlen und anstatt die Bahía Inglesa hat er gesagt, Playa La Virgen – ein bisschen abseits vom Weg gelegen – sei viel schoener. Und er sollte Recht behalten.

Die KuesteNach dem wir die Oase Copiapó verlassen hatten, fanden wir uns in Mitten von Sand und Steinen wieder. Habe das schon beim Trip nach San Pedro gedacht: Die Wueste ist ja so abwechslungsreich und interessant! Bald schon konnten wir am Horizont das tuerkisblaue Meer entdecken.

Und der Abstecher lohnte sich wirklich: tuerkisblaues, transparentes Wasser und weisser Sand.
Ich bin ja nun schon fast eineinhalb Jahre in Chile und war schon einige Male am Strand. Aber in’s Wasser habe ich es noch nie geschafft – “Dank” dem Humboldt-Strom ist das Meer in Chile sehr kalt. Auf Hoehe Santiago wird es im Hochsommer nicht mal 20 Grad warm. Also war die Idee, im Norden Chiles baden zu gehen.

Bahía La VirgenAber schon beim ersten Kontakt wurde mir klar, dass 800 Kilometer mehr im Norden nicht unbedingt heisst, dass das Meer deutlich waermer waere. Bin aber immerhin doch zum ersten Mal im Meer geschwommen und habe danach den Aufsichtstyp nach der Wassertemperatur gefragt: Heute sei es normale 15 Grad, es koenne auch schon mal 17 Grad werden. *brrrrrr*

An diesem Strand hatte es auch sechs kleine Bungalows und einen Zeltplatz. Die Bungalows waren natuerlich schon voll und das Zelt hatten wir zu Hause…

Nach einer Weile machten wir uns dann auf den Weg Richtung Norden nach Caldera/Bahía Inglesa. Die Strasse fuehrte an der Kueste entlang und es schien, als waere es alles ein riesiger Strand. Vereinzelt sah man Leute an absoluten Traumstellen campieren… Notiz an mich: Naechstes Mal unbedingt Zelt mitnehmen.

Bahía InglesaSchliesslich kamen wir dann in Bahía Inglesa an, einer der wichtigsten Touriorte der Region. Auch sehr schoen, aber viel mehr ueberlaufen. Viele Verkaufsstaende, Restaurants und was so dazu gehoert. Der Tipp vom Mechaniker war wirklich Gold wert: Bahía La Virgen war so viel friedlicher!

Nur wenige Kilometer fehlten noch bis Caldera, eine Hafenstadt mit Hotels und Restaurants, wo wir exzellenten Seafood und Fisch assen und auch uebernachteten.

SeeloewenFrueh am Sonntagmorgen machten wir uns dann auf der Panamericana auf in Richtung Norden. Kurz nach Caldera befindet sich ein Naturschutzgebiet, wo sich auf einer kleinen Insel vor der Kueste Seeloewen niedergelassen haben.

Die Panamericana fuehrte uns auf ihrer kurvigen Route an der Kueste entlang weiter nach Norden. Unglaublich, wie rechts von uns alles staubtrocken erschien, wo wir doch links den riesigen Pazifik sahen. Auch erstaunlich, wie die Wueste aenderte: Mal Steine, mal Sand, mal Felsen… immer wieder wechselte die Umgebung.

ChañaralBald kamen wir in Chañaral an, ein armes kleines Hafenstaedtchen, das den Eingang zum Nationalpark Pan de Azúcar darstellt. Der Park ist fuer seine Pinguin-Kolonie, die Kakteen und den Nebelwald bekannt.

Am Playa Amarilla (Gelber Strand) und am Playa Blanca (Weisser Strand) – zwei riesig grosse Straende – kamen wir in Caleta an. Das ist eine kleine Siedlung von Fischerleuten, die jetzt auch vom Tourismus profitieren. So bieten sie zum Beispiel eine Fahrt um die Insel Pan de Azúcar an, wo man die Humboldt-Pinguin-Kolonie besichtigen kann. Richtig, dieselben Pinguine, die ich schon in Punta Arenas gesehen habe.

KakteenLeider blieb uns fuer diesen Ausflug wie auch den Abstecher in den Nebelwald keine Zeit, da wir in Copiapó den Bus erwischen mussten. Wir haben es uns aber natuerlich nicht nehmen lassen, und haben feine Empanadas de Marisco gegessen.

Um nicht den selben Weg nehmen zu muessen wie bei der Hinfahrt, sind wir erst noch ein bisschen nordwaerts gefahren und dann ins Landesinnere abgebogen.

Ungefaehr alle 50 Kilometer fuhren wir durch ein Dorf. Unglaublich, wie abgeschieden man da lebt. Als wir ein bisschen durch die Doerfer liefen, sah man Leute aus den Fenstern Inca de Oroschauen oder sie kamen zusammen und beobachteten uns. So haeufig scheinen sie nicht Touristen sehen zu bekommen.

Nach schlussendlich 520 gefahrenen Kilometern kamen wir wieder in Copiapó an, wo wir das Auto auftankten und zurueckgaben. Noch eine kurze Staerkung – Churrasco – und dann verliessen wir auch schon um 20 Uhr mit dem Bus Copiapó in Richtung Santiago.

Am Montagmorgen kamen wir kurz vor sieben Uhr an. Schnell mit dem Taxi nach Hause, duschen und dann zur Arbeit…

Viele Bilder von diesem Trip gibts in der Gallerie.

Notruf 133 – Update

Sunday, January 13th, 2008

Gerade war draussen ein Einsatzwagen der Polizei. Ich habe das gleich mal genutzt und den Polizisten gefragt, ob er mir eine andere Telefonnummer geben koennte, denn bei 133 ginge niemals jemand ran.

Doch, doch, das sei die korrekte Nummer. 30 Leute arbeiteten da. Ich habe ihm von den drei Faellen erzaehlt, in denen ich keine Antwort erhalten habe. Nein, ich muesse weiterhin bei 133 anrufen probieren. Aber das Problem sei sowieso ein Personalproblem. Der Polizist erzaehlte mir, dass sie nur gerade zwei Einsatzwaegen haetten – und das fuer den ganzen Zentralsektor. Immerhin fuer 200’000 Leute.

Notruf 133

Saturday, January 12th, 2008

Was macht man, wenn man dringend mit der Polizei reden will? Man ruft den Notruf! In Chile ist das die Nummer 133.

Also zum Beispiel, wenn dein Auto geklaut wird. Problem: Niemand nimmt ab. Da keine Zeit zu verlieren ist, muss man also das Taxi zum Polizeiposten nehmen, denn jede Minute koennte zaehlen… wie das dann weitergegangen ist, koennt ihr im verlinkten Blogpost lesen. Und seither ist betreffend geklautem Auto nie wieder was passiert. Pech, in Santiago werden ja auch mehr als nur unser Auto geklaut.

Andererseits leben im Haus gegenueber ungefaehr 10000 Leute. 24 Stunden am Tag gehen die Leute ein und aus. Schluessel gibt es scheinbar auch keine, denn wenn man rein will, muss man an die massive Holztuere oder an die Fensterscheiben klopfen. Und wie gesagt, das 24 Stunden am Tag.
Das eigentliche Problem sind aber die Alkis, die da auch wohnen. Sind jeden Tag besoffen, lallen, schreien, streiten. Und was ich auch gemerkt habe: Fenster, die nicht gegen Kaelte schuetzen, nuetzen auch nichts gegen Laerm von der Strasse. Wenn also jemand vor unserem Haus Laerm macht, haben wir das praktisch ungefiltert in der Wohnung.
Aber ja, man gewoehnt sich ja und passt sich an. Als dann die Besoffenen aber begannen, mit Bierflaschen massenweise um sich zu werfen und das vor allem auch in Richtung unseres Hauses, wars dann mit meiner Ruhe vorbei: Wieder probierte ich, 133 anzurufen. Ist ja nicht so, dass die Leitungen besetzt waeren. Nein, es nimmt einfach niemand ab.
Es gibt ja noch die Seguridad Ciudadana, der Sicherheitsdienst des Staats. Also probierten wir unser Glueck da. Aber natuerlich erklaerten die uns, dass sie dafuer nicht zustaendig seien… wir muessten die Seguridad einer anderen comuna anrufen. Die Frage, ob sie uns gleich noch die Nummer der anderen Seguridad geben koenne, beantwortete sie mit: “Nein, das ist nicht mein Job.” Wow, dieser Frau sage ich grosse Karriere im Kundendienst einer grossen chilenischen Firma voraus. Sie koennte zum Beispiel die Schulung der Angestellten uebernehmen.
133 stellte sich immer noch tot und den Besoffenen gingen nach einer gewissen Zeit auch die Flaschen aus. Denn immerhin kann man hier richtige 1-Liter-Bierflaschen kaufen, nicht so Baby-3dl-Flaeschchen. Das Arsenal ist dann nicht ganz so gross und die Wurfweite auch entsprechend kleiner.

Letzte Nacht gabs dann in der Nachbarschaft ein Fest. Lustig wurde es dann, als sie nach Mitternacht die Band samt Schlagzeug auf die Strasse versetzten.
Nennt mich einen Spiesser, aber um 4 Uhr morgens probierte ich einmal mehr, 133 zu erreichen. Tuuut, tuuut, tuuut, tuuut, tuuut , tuuut , tuuut , tuuut. Auch die Seguridad Ciudadana machte auf tot.
Um 6 Uhr 30 wurde es dann langsam still draussen, aber bis dahin war weder 133 erreichbar noch kam die Polizei vorbei. Wahrscheinlich ging einfach der Alk aus…

So, ich muss mal weg. Kaufe mir einen Baseballschlaeger zur Selbstverteidigung… ;)

Chilenische Musik – Teil III

Thursday, January 10th, 2008

Im letzten Teil geht es um die Bands, die ab den 1980ern gegruendet wurden und groesstenteils heute noch bestehen.

Los Prisioneros ist eine Band, die sich waehrend der Diktatur gegruendet hat und sich daher den passenden Namen “die Haeftlinge” verpasste. Wie die Bands der 60er Jahre sangen sie gesellschaftskritische Songs, aber in Rock und New Wave verpackt.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=2uPVUhHfAuw[/youtube]

In Concepción, also im Sueden Chiles. gruendeten drei Studenten die Band Los Tres. Spaeter stiess noch Ángel Parra – ein Gosskind der Legende Violeta Parra – dazu, doch der Name “Die Drei” wurde beibehalten und die Band wurde eine der erfolgreichsten Chiles ueberhaupt.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=n-S7_f_kBXs[/youtube]

Ebenfalls New Wave/Rock spielen La Ley (das Gesetz). Auch sie waren sehr erfolgreich, haben Grammys gewonnen und bei MTV eine Unplugged-CD aufgenommen. Sie gingen zuletzt 2005 auf grosse Suedamerikatournee und trennten sich danach – liessen eine Wiedervereinigung aber offen.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ZW9GvDNC8Sw[/youtube]

Pioniere des Funk, Hip Hop und Soul in Chile und ganz Suedamerika sind die Los Tetas
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=28WdtLHF2nM[/youtube]

Die bekannteste Reggaeband ist sicher Gondwana, die auch in den USA und Jamaika – dem Ursprungsland des Reggae – grosse Erfolge feiern konnten.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=qvTlyAU0F8o[/youtube]

Aus den 90ern stammt die Band Los Bunkers die sich nach eigenen Angaben von den Beatles inspirieren liessen, aber auch chilenische Folklore in ihre Stuecke einfliessen lassen. Wie Los Tres stammen sie aus Concepción, also eine der wenigen Bands, die nicht aus Santiago sind.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=wmV4ON0GgQY[/youtube]

Auch Lucybell kann englische Einfluesse nicht abstreiten. Unbedingt reinhoeren!
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=UJlkan6ErvU[/youtube]

Eher funkig spielen Chancho en Piedra, die auch durch ihre lustigen Text auffallen. Ihren Namen haben sie von einer scharfen chilenischen Sauce und vergleichen sich auch haeufig mit den Red Hot Chili Peppers.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=tDdEBPJuJ3k[/youtube]

Seit der Trennung von La Ley ist dessen Saenger Beto Cuevas erfolgreich alleine unterwegs.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ervaIPsmTYw[/youtube]

Chico Trujillo und seine Band spielen Ska, Cumbia und Rock. Chico ist teilweise in Deutschland aufgewachsen und ist deshalb auch oft in Europa auf Tournee.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=TdQRm6yTXYI[/youtube]

Cumbia spielen auch La Sonora de Tommy Rey oder einfach Tommy Rey.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=HMXmE1Ro9JQ[/youtube]

Die angesagteste Teenieband ist Kudai, die 2007 von MTV Lateinamerika als “Beste Pop Artisten” ausgezeichnet wurden.
Und wenn mich nicht alles taeuscht wurde das folgende Video in Portillo gedreht, also kurz vor dem Passuebergang zwischen Santiago und Mendoza/Argentinien.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Ts432MdKaFA[/youtube]

Chilenische Musik – Teil II

Thursday, January 3rd, 2008

…oder auch: “Die Legenden”.

Die Legende ist sicher Violeta Parra. Nicht nur als Musikerin, sondern auch als Malerin, Bildhauerin, Stickerin, Töpferin machte sie sich einen Namen. Und muesste ich ein Lied auswaehlen, das fuer mich stellvertretend ist fuer Chile, ich wuerde ihr “Gracias a la vida” nennen.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=UW3IgDs-NnA[/youtube]
Violeta Parra war auch die Vorreiterin in der Bewegung Nueva Canción Chilena (Neue Gesangsbewegung Chiles), die sich in den 1960er und 1970er Jahren um eine Wiederbelebung der chilenischen Folklore sorgte. Die Musiker reisten im ganzen Land herum und (wieder-)entdeckten Volksmusik, der sie neue Texte – meist Gesellschaftskritik und vor allem Kritik an der Regierung – versahen.
Viele dieser Musiker waren Sozialisten oder Kommunisten.

Von Violeta Parra inspirieren liess sich auch Víctor Jara. Er setzte sich im Wahlkampf fuer Salvador Allende ein und schaffte sich damit auch viele Feinde. Er konnte sich nach dem Putsch nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen und wurde fuenf Tage gefoltert und mit gebrochenen Haenden und 44 Schuessen im Koerper und gefunden.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ONIZuiUKPII[/youtube]

Inti Illimani – ebenfalls eine Gruppe des Nueva Canción – befand sich zum Zeitpunkt des Putsches gerade auf Europatournee und durften bis 1989 nicht in Chile einreisen, da auch sie sich stark fuer Allende im Wahlkampf eingesetzt hatten. Durch viele Tourneen und die chilenische Solidaritaetsbewegung wurden sie in der ganzen Welt bekannt und bestehen – in anderer Zusammensetzung – immer noch.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=-Doqe4fDgI8[/youtube]

Die Gruppe Illapu stammt aus dem Norden Chiles und sangen viele Protestsongs, wurden aber zunaechst in Chile geduldet. Als sie aber 1981 von einer Auslandtournee wieder einreisen wollten, wurde ihnen dies verwehrt und bis zu ihrer Rueckkehr hielten sie sich in Mexiko im Exil auf. 1988 konnten sie wieder einreisen und treten bis zum heutigen Tag immer noch auf.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=NL6uFnOP-ck[/youtube]

Auch Quilapayún wurde in den 1960ern gegruendet. Sie tourten mit Víctor Jara und waren waehrend der Diktatur in Frankreich im Exil. Ihr bekanntestes Lied ist sicherlich “El pueblo unido jamás será vencido” (das vereinigte Volk wird nie besiegt werden).
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=KRH0uYgK2QQ[/youtube]

Los Jaivas gaben an, von Pink Flyod inspiriert worden zu sein und spielen daher eher Rockmusik, also etwas anders als die oben vorgestellten Legenden. Auch sie waren im Exil, in Argentinien und Frankreich. Die verstorbenen Bandmitgliedern wurden durch ihre Kinder ersetzt und treten in dieser Zusammensetzung auf.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=kF47V1kgnbY[/youtube]

Im Teil III werden dann die Helden der 80er bis heute vorgestellt…