Chile ist wahrscheinlich das einzige Land der Welt, das lang genug ist, um es sequentiell in Regionen teilen, wie man ein Haus in Stockwerke unterteilen kann.
Genau das hat Pinochet im Jahre 1974 getan. Er kreierte 12 Regionen und gab ihnen roemische Nummern von Region I im Norden bis Region XII im Sueden plus die Hauptstadt-Region um Santiago im Zentrum. Es wurde sogar in die Verfassung aufgenommen, dass Chile 13 politische Regionen habe; nicht mehr und nicht weniger als das.
Der Diktator – dessen beruehmtestes Zitat “Es bewegt sich im ganzen Land nicht ein Blatt ohne dass ich davon weiss” war – hatte als aberglaeubischer Katholik allerdings nicht den Mut eine Region XIII zu benennen. Stattdessen benannte er die Region um Santiago “Región Metropolitana” und diese ist bis heute die einzige Region ohne Nummer. Die Kurzform dafuer ist “RM”.
Diese Ordnung wurde fast 33 Jahre beibehalten und in dieser Zeit gewoehnten sich viele Chilenen daran, die Regionen bei ihrer Nummer zu nennen, zB la sexta región – die sechste Region.
Im Jahre 2005 wurde in der Verfassung die Restriktion auf 13 Regionen aufgehoben. Und 2007 entstanden die Regionen XIV (Los Ríos) im Sueden und XV (Arica-Parinacota) im Norden aus bereits bestehenden.
Und nun wird es natuerlich unuebersichtlich mit der XV oberhalb der Region I und der XIV zwischen den Regionen IX und X. Und die RM als 13. Region bleibt auch weiterhin zwischen den Regionen V und VI.
Aber gluecklicherweise haben die Regionen nicht nur Nummern, sondern auch Namen – wenn auch teilweise ein bisschen lange wie zB Región del Libertador General Bernardo O’Higgins (VI) oder Región de Aisén del General Carlos Ibáñez del Campo (XI).
Auf den neuen, von der Regierung herausgegebenen Karten sucht man die Nummern vergeblich, stattdessen werden konsequent die Namen verwendet. Ein Land kann man halt nicht militaerisch genau unterteilen.