Umstellung auf Normalzeit verschoben!

Wegen der momentanen Energiekrise sucht Chile verschiedene Wege, Energie zu sparen. Die Armut an Rohstoffen -Uhr ausgenommen die riesigen Kupfervorkommen im Norden – ist Schuld, dass Chile auf Import von Oel und Gas angewiesen ist. Die Wasserkraftwerke Chiles koennen wegen der anhaltenden Duerre nicht mehr Energie produzieren. Atomkraftwerke werden zwar diskutiert, sind aber von einer Realisierung noch weit entfernt. Wenn nun also wie gerade die Oel- und Gas-Preise sehr hoch sind, ist das fuer Chile sehr schmerzhaft. (Kurzfristige) Handlungen sind gefragt.

Chile ist neben Brasilien, Uruguay und Paraguay das einzige Land in Suedamerika, das die Uhren zur Sommerzeit umstellt. Normalerweise wuerde am zweiten Sonntag im Maerz wieder auf Normalzeit (“Winterzeit”) umgestellt.

Trotzdem, dass US-amerikanische Wissenschaftler 2008 in einer Studie (en, de) festgestellt haben, dass der Energiekonsum bei einer Umstellung auf Sommerzeit um 1-3% steigt, hat die Regierung Chiles am 7. Februar 2008 festgelegt, dass die Uhren erst am 29. statt am 8. Maerz (der zweite Samstag im Maerz wie gewoehnlich) umgestellt werden.

Die Folgen sind nun fast vergleichbar mit dem Jahr-2000-Bug, da nahezu alle Computer automatisch am 8. Maerz auf Normalzeit geschaltet haben. Ein Workaround wurde jedoch schnell gefunden: Fuer die folgenden drei Wochen wird auf die Zeitzone von Brasilien (UTC-3) gewechselt, danach wieder auf UTC-4.

In der Regierung wird bereits die naechste Energie-Sau durch’s Dorf getrieben: Es wird ernsthaft diskutiert, zur Verringerung des Energiekonsums die Spannung der Hausanschluesse von 220 V auf 200 V zu verringern. Ich habe zwar nur Elektrotechnik studiert, aber um den Sinn dahinter zu erkennen, muss man wohl Politiker sein…

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