San Pedro ist eine Oase in der Atacama- Wueste, der trockensten Wueste der Welt. Einige Wetterstationen hier haben seit ihrem Bestehen keinen einzigen Tropfen Wasser gemessen!Heute dient San Pedro als Ausgangspunkt fuer viele Aktivitaeten: Ausfluege zu Geysiren, ins Mond- und Todestal und zu Lagunen. Zuerst dachte ich, ich wuerde einige Eintagesausfluege machen, es wurde mir aber empfohlen, eine Viertagestour nach Bolivien zu unternehmen, da man da auch Geysire, Lagunen und Salzseen besichtigt und das ganze eindruecklicher sei.
So habe ich also die Tour zum Salar de Uyuni – der groesste Salzsee der Welt – gebucht. Gleich am Dorfrand stand erst mal die Ausreisekontrolle auf dem Programm. Der chilenische Beamte liess seine Kraft spielen und liess vier Frauen (¡que lata!
) aus unserer Gruppe wegen Visumproblemen nicht ausreisen, wonach unsere Gruppe auf sechs Personen schrumpfte. Danach fuhren wir ungefaehr 50km durch das Niemandsland in der Wueste, wo dann mitten im Nirgendwo die Bolivianische Grenzkontrolle auftauchte. In Bolivien wechselten wir dann vom Bus in einen 4WD-Toyota, denn die “Strassen” wurden von nun an sehr holprig.
An unzahligen Lagunen fuehrte unser Weg vorbei und wir konnten unzaehlige Flamingos besichtigen. Zu Mittag badeten wir in einer Thermalquelle. Danach stiegen wir mit dem Auto bis auf 4900m hoch um die Geysire “Sol de Mañana” zu sehen. Unglaublich war der Laerm der diese Geysire veranstalten. Der Wasserdampf scheint mit riesigem Druck auszustroemen. Danach fuhren wir zum Hostal, in dem wir die erste Nacht verbringen sollten, das direkt an der Laguna Colorado auf 4300m liegt. Die Laguna Colorado veraendert je nach Wind und Sonne ihre Farbe und beherbergt viele Flamingos.
Ueber Nacht hat die Hoehenkrankeit ein erstes Opfer gefordert: Eine Hollaenderin litt unter starken Kopfschmerzen und Uebelkeit. Wir hofften, dass sich ihre Symptome bessern wuerden im Laufe des Tages, da ein Abstieg auf 3600m auf dem Plan stand.
Obwohl wir durch eine Wueste fuhren, war die Landschaft extrem abwechslungsreich. Sehr interessant, welche Gebilde Wind und Wasser aus Stein formen koennen. Wir stoppten dann am Arbol de Piedra, eine Steinskulptur mitten in der Steinwueste. Danach stoppten wir an einer weiteren Lagune und sahen noch mehr Flamingos… Ueber Stock und Stein kamen wir am Rande des Salar de Uyuni an: Unsere Unterkunft fuer diese Nacht wurde voellig aus Salz gebaut: Waende, Tische, Stuehle, Bette… alles wurde aus dem Salz des Sees gebaut.
Am dritten Tag wurden wir schon um halb vier morgens geweckt, damit wir auf dem Salar den Sonnenaufgang bewundern konnten. Schon ziemlich eindruecklich, so mitten auf einem Salzsee, dessen Flaeche fast einem Viertel der Flaeche der Schweiz entspricht… Salz bis zum Horizont. Nach dem Sonnenaufgang gings weiter zur Isla de Pescado, die mit unzaehligen Kakteen ueberwachsen ist. Diese Kakteen wachsen pro Jahr einen Centimeter – der groesste Kaktus mit 12m ist also 1200 Jahre alt!
Mitten auf dem Salzsee gibt es ein weiteres Salzhotel, das allerdings heute als Museum gebraucht wird. Der Grund fuer die Stilllegung des Hotels war die Verunreinigung des Salzes durch die Toiletten des Hotels. Das Salz des Sees wird von den Anwohnern naemlich abgebaut und entweder gegessen oder auch andersweitig genutzt. (Die obersten sechs Meter des Salzsees bestehen aus purem Salz – bei 120m Tiefe.)
Am Rande des Salzsees kamen wir dann in Uyuni an: Eine Stadt mit 11000 Einwohnern im Nirgendwo. Ausserdem war es eine voellig andere Welt verglichen mit Chile. Frauen traditionell gekleidet, die Menschen sahen sowieso voellig anders aus, keine asphaltierten Strassen… Zu Mittag assen wir bei unserem bolivianischen Fahrer und dessen Familie. Seine Frau servierte Lama-Fleisch. Vom Aussehen her aehnelte das Fleisch Schweinefleisch, wenn da nicht dieser komische sternfoermige Knochen gewesen waere. War auf jeden Fall sehr gut.
Am Stadtrand befindet sich der “Zug-Friedhof” (Cementerio de trenes), wo ein Haufen ausrangierter Dampflokomotiven vor sich hinrostet. Danach fuhren wir etwa vier Stunden weiter Richtung Chile und in einem kleinen Dorf uebernachteten wir schliesslich zum letzten Mal auf unserer Tour…
…aber nur bis drei Uhr morgens. Der letzte “Tag” besteht naemlich nur aus dem Ruecktransfer nach San Pedro. Da die Fahrt ueber Stock und Stein fuehrte, war Schlafen unmoeglich. Ich fragte mich, ob dieser letzte Teil nicht den Menschenrechtskonventionen widerspricht. Es grenzte schon stark an Folter: Schlafentzug, Holpern, Laerm und nichts zu Essen. Schliesslich kamen wir ziemlich kaputt um 10 Uhr an der Grenze an.
Am Nachmittag entspannte ich mich erstmal in der Haengematte und als am spaeteren Nachmittag die Hitze nachliess, mietete ich mir ein Bike und ein Sandboard und ins Valle de la Muerte (“Todestal”) geradelt. Da befindet sich eine 120m hohe Sandduene, die man mit dem Brett runterfahren kann. Im Gegensatz zum Snowboarden kann man aber keine Kurven fahren, es geht einfach nur gerade runter.
Ausserdem muss man sein Gewicht auf den hinteren Fuss verlagern, da sich sonst dauernd die Spitze im Sand eingraebt. Ausserdem war es auch sehr anstrengend, die Duene raufzulaufen und war ein bisschen entmutigend: Zehn Minuten rauflaufen, um anschliessend 30 Sekunden runterzufahren – aber wenigstens war die Aussicht schoen.