Archive for the ‘Santiago’ Category

Cerro Provincia II

Monday, March 24th, 2008

Nach fast einem Jahr bestieg ich den Cerro Provincia zum zweiten Mal. Dieses Mal mit Arbeitskollegen und mit dem Vorhaben, auf dem 2700 Meter ueber Meer gelegenen Gipfel zu campieren.

Dummerweise hatte ich mittlerweile vergessen, wie anstrengend der Aufstieg letztes Jahr war. Und dieses Mal trug ich zusaetzlich noch ein Zelt, einen Schlafsack und Essen fuer zwei Tage mit.

Die Wandergruppe

Zwei Wanderer unserer Gruppe litten schon bald unter der Hitze und dem anstrengenden Aufstieg und so trug ich auf den letzten ungefaehr 800 Metern Hoehendifferenz noch ein zusaetzliches Zelt auf dem Ruecken. Schliesslich kamen wir dann nach ungefaehr neun (statt wie geplant sechs) Stunden Aufstieg doch noch auf dem Gipfel an… Dort oben stand eine kleine Huette zum Uebernachten zur Verfuegung aber ich stellte trotzig mein Zelt auf. Auf keinen Fall wuerde ich ein Zelt rauf und wieder runter tragen, ohne es zu benutzen!

Camping auf dem Cerro Provincia

Von der Natur wurden wir aber auf jeden Fall fuer die Strapazen belohnt: Ueber den Anden bildete sich eine Wolkenschicht, in der wir jede Menge Blitze entdecken konnten.

Ausserdem war es eine Vollmond-Nacht und die Aussicht auf Santiago in der Nacht atemberaubend.

Santiago by night

Wie gute Bergsteiger gingen wir frueh schlafen um dann am naechsten Tag bei Sonnenaufgang zu fuehstuecken.

Sonnenaufgang ueber den Anden

Santiago’s Smog vor Augen machten wir uns dann an den Abstieg. Man musste sich schon fragen, wieso wir da wieder in den Schmutz und Laerm dieser Stadt wollten nach diesen knapp zwei Tagen in vollkommener Stille.

Santiago de Chile

Alto Las Vizcachas

Monday, March 3rd, 2008

Bei Oracle Chile gibt es sogar eine Wandergruppe… angefuehrt von Giorgio, einem Italiener, der schon 11 Jahre in Chile lebt.

Alto Las Vizcachas (1870m)Dieses Wochenende habe ich mich der Gruppe angeschlossen und Sonntagmorgen haben wir uns um 8 Uhr am Stadtrand von Santiago getroffen. Um auf den Pfad zum Alto Las Vizcachas zu gelangen, mussten wir allerdings den Campus der Universidad Católica durchqueren. Aber der Sicherheitschef machte uns klar, dass die Oeffnungszeiten geaendert haben und wir unmoeglich vor 9 Uhr auf den Campus koennen. Keine Diskussion moeglich, natuerlich.

Schon ein bisschen muehsam, wenn man sich ueberlegt, dass man am Sonntag eine Stunde laenger haette schlafen koennen. Bald zottelte der Chef ab und uebergab seinem Sidekick. Wir warteten noch fuenf Minuten und konnten dann mit ihm aushandeln, dass wir schon um halb 9 eintreten koennten.

Zuerst liefen wir durch ein Tal und schon bald folgte der Aufstieg von 1000 auf 1870 Meter ueberAussicht auf Santiago Meer. Die Aussicht auf Santiago wurde immer eindruecklicher. Und je mehr wir uns auf den Pfaden den Huegel raufkaempften, wurde mir einmal mehr der Unterschied zwischen Wandern in der Schweiz und Chile bewusst: Ohne GPS-Geraet wuerde man sich in Chile sofort verlaufen.

Giorgio hatte vorher erwaehnt, was mitzubringen sei: Wasser und Fruehstueck. Fruehstueck? Ja, das Ziel war, den Huegel so schnell wie moeglich zu Erklimmen, Fruehstueck zu essen, schnell wie moeglich runter zu steigen, um mit seiner Familie zu Mittag zu essen.

AufstiegEigentlich logisch, denn um etwa 11 Uhr wurde es schon sehr heiss. Und das ist das zweite Problem beim Wandern: 6 Monate pro Jahr ist es zu heiss und 6 Monate zu kalt.

Vor 14 Uhr waren wir also schon wieder am Ausgangspunkt, damit wir den Rest des Sonntags mit den Familien verbringen konnten.

10 Kilometer durch Santiago

Tuesday, November 13th, 2007

Um mich fit zu halten, gehe ich auch in Santiago regelmaessig joggen. Auf Grund der Ozon- und Smogwerte sicher nicht so gesund wie irgendwo im Gruenen, aber sicher immer noch besser als gar nichts zu tun.

Vor einem Jahr, als ich noch zur Schule ging und deshalb nahe des Cerro San Cristóbal wohnte, diente mir der Aufstieg zum Huegel als Traingsstrecke. Harte Arbeit mit 300 Metern Hoehenunterschied und 5 Kilometer Distanz, aber die Aussicht auf Santiago war immer wieder ueberwaeltigend.

Seit September ist der Parque Quinta Normal mein Trainingsgebiet.Parque Quinta Normal

Der Park ist nur gerade zwei Blocks von unserer neuen Wohnung entfernt und beherbergt in seinen 40 Hektaren einen kuenstlichen See, fuenf Museen, ein Fussballfeld und natuerlich jede Menge Palmen, Baeume und Wege. Da laufe ich regelmaessig ein paar 1,5-km-Runden.

Am letzten Sonntag haben in neun lateinamerikanischen Staedten gleichzeitig 10-km-Laeufe mit insgesamt 130’000 Laeufern stattgefunden. Und natuerlich wollte ich auch meinen Fitnessstand ueberpruefen und bin mitgelaufen.

Wegen des beginnenden Sommers und der steigenden Temperaturen war der Startschuss am Sonntagmorgen um 9 Uhr! Da war natuerlich meine Vorbereitung mit Geburtstagsfeier und Asado am Abend vorher nicht gerade optimal.

Offiziell starteten 10’000 Leute in Santiago… und die alle bei einem einzigen Massenstart. Die ersten Leute standen schon mehr als 30 Minuten vor dem Start bereit, um sich einen guten Startplatz zu sichern. Die anderen standen in den zwei Schlangen, um sich einen Zeitmessungs-Chip zu sichern oder in der Schlange vor dem einzigen Schalter der Garderobe. Nach dem Rennen musste die Polizei eingreifen, da die Leute ungeduldig wurden und drohten, die Garderobe zu stuermen.

Garderobe

Ich lief ohne Chip (auch ohne Uhr), warf meine Kleider irgendwo hin und stellte mich ziemlich hinten an. So lief ich meistens zickzack, um die langsameren Laeufer zu ueberholen. Der Kurs fuehrte in Richtung Anden und es war atemberaubend, in mitten tausender Leute zu laufen und die schoenen Berge im Gesicht zu haben.

Nach fuenf Kilometern dann die Zwischenzeit: 30 Minuten hatte ich gebraucht – viel zu lange, als ich mir vorgenommen hatte. Die Strecke fuehrte nun wieder ins Zentrum zurueck und deshalb auch ein bisschen bergab. Ich setzte noch ein bisschen Geschwindigkeit zu und ueberholte und ueberholte.

Im Ziel war ich dann bei 54:20 Minuten… Hm, mit einem besseren Startplatz und einer Uhr waere eine Zeit unter 50 Minuten dringelegen. Aber was solls, hat auf jeden Fall grossen Spass gemacht und ich werde sicher noch einige Runden im Park drehen.

Nike Corre in Santiago

Bericht in Publimetro:

130’000 Personen liefen in Lateinamerika fuer ein gesundes Leben

Das Rennen zog 10’000 Teilnehmer in Chile und mehr als 130’00 in Lateinamerika an und wurde so zum groessten Rennen der Welt, mit einer Strecke von 10 Kilometern, die beim Museo de Arte Contemporáneo gestartet wurde.

Die Welt geht unter!!!

Wednesday, June 13th, 2007

Die Gratiszeitung Publimetro kuendigte heute auf der Titelseite eine Schlechtwetterphase an:

Schlagzeile

Wir sollen schon mal Schirme,Stiefel und Regenmaentel bereit machen, denn heute Abend wuerde das schlechte Wetter beginnen und erst in 48 Stunden wieder besser werden.

Auf Seite 7 dann etwas mehr “Fakten”:

Bericht

Es muesse mit Winden von bis zu 50 km/h und einer Niederschlagsmenge von 40 Millimetern gerechnet werden! Deshalb und wegen abgedeckten Hausdaechern und umgefallenen Baeumen muesse mit Behinderungen des Verkehrs gerechnet werden. Ausserdem wuerden die Tagestemperaturen 11 Grad Celsius nicht uebersteigen.

Ich mache mich gemeinsam mit den Suedchilenen lustig ueber die Santiaguinos, die auf Grund dieser Meldung in Panik verfallen. Der Regen wird wie immer die Luftqualitaet verbessern und ausserdem bedeuted das Schnee in den Bergen. Schliesslich beginnt die Skisaison am kommenden Wochenende und ich will endlich mein Board ausprobieren.

Zahlen

Saturday, May 19th, 2007
  • 2 Grad warm ist es jetzt morgens gerade noch. Die Regenzeit sollte bald einsetzen. Letzte Woche hat es schon mal geregnet und die Berge waren ab ungefaehr 3000 Metern schneebedeckt.
  • 6 Menschen teilen sich in der Santiagoer Metro einen Quadratmeter. Das ist die gleiche Anzahl wie in der Metro von Tokio. Eigentlich traurig, dass sich fast 100 Tage nach der Einfuehrung von Transantiago noch nichts an der Situation verbessert hat: Wer sich mal gerne wie Vieh behandeln lassen will, der laesst sich am besten zwei Mal taeglich zur Stosszeit in und aus der Metro treiben.
  • 7 neue Weltwunder werden auf Die neuen 7 Weltwunder gesucht. Die Moais der Osterinseln haben es in der Zwischenabrechnung in die Top 10 geschafft. Und jetzt ist es eine Sache des Nationalstolzes, weiter fleissig dafuer abzustimmen und alle Leute, die es noch nicht getan haben, dafuer zu mobilisieren. Kaum eine Zeitung, die nicht darueber auf der Frontseite darueber berichtet haette. Auf der Strasse werden Flugblaetter verteilt und das Fernsehen berichtet natuerlich auch darueber.
    Obwohl die Osterinseln kulturell und natuerlich auch geografisch mit Chile ueberhaupt nichts zu tun haben, ist es fuer die Chilenen sehr wichtig, dass ihre Insel unter den neuen sieben Weltwundern aufgefuehrt wird.