Nach fast einem Jahr bestieg ich den Cerro Provincia zum zweiten Mal. Dieses Mal mit Arbeitskollegen und mit dem Vorhaben, auf dem 2700 Meter ueber Meer gelegenen Gipfel zu campieren.
Dummerweise hatte ich mittlerweile vergessen, wie anstrengend der Aufstieg letztes Jahr war. Und dieses Mal trug ich zusaetzlich noch ein Zelt, einen Schlafsack und Essen fuer zwei Tage mit.
Zwei Wanderer unserer Gruppe litten schon bald unter der Hitze und dem anstrengenden Aufstieg und so trug ich auf den letzten ungefaehr 800 Metern Hoehendifferenz noch ein zusaetzliches Zelt auf dem Ruecken. Schliesslich kamen wir dann nach ungefaehr neun (statt wie geplant sechs) Stunden Aufstieg doch noch auf dem Gipfel an… Dort oben stand eine kleine Huette zum Uebernachten zur Verfuegung aber ich stellte trotzig mein Zelt auf. Auf keinen Fall wuerde ich ein Zelt rauf und wieder runter tragen, ohne es zu benutzen!
Von der Natur wurden wir aber auf jeden Fall fuer die Strapazen belohnt: Ueber den Anden bildete sich eine Wolkenschicht, in der wir jede Menge Blitze entdecken konnten.
Ausserdem war es eine Vollmond-Nacht und die Aussicht auf Santiago in der Nacht atemberaubend.
Wie gute Bergsteiger gingen wir frueh schlafen um dann am naechsten Tag bei Sonnenaufgang zu fuehstuecken.
Santiago’s Smog vor Augen machten wir uns dann an den Abstieg. Man musste sich schon fragen, wieso wir da wieder in den Schmutz und Laerm dieser Stadt wollten nach diesen knapp zwei Tagen in vollkommener Stille.




